Sehenswürdigkeiten in Binz und Umgebung

In Binz und der Umgebung des Seebades gibt es für die Besucher der Insel einiges an Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Das Jagdschloss Granitz, das im Jahre 1837 für den Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus gebaut wurde, beherbergt eine imposante Trophäensammlung. Es finden das ganze Jahr über klassische Konzerte im Marmorsaal statt und zahlreiche Sonderausstellungen bieten den Besuchern ein kurzweiliges Programm. Vom Turm, den man über 154 Stufen besteigt und die als Meisterleistung des Eisenkunstgusses gilt, kann man einen wunderbaren Rundblick bis hin zum Festland genießen. Für kleine und große Eisenbahnfreunde ist das Pommersche Kleinbahnmuseum das passende Ausflugsziel. Hier erfährt man anhand der Rügenschen Kleinbahn viel über die Geschichte der Pommerschen Klein- und Schmalspurbahn. Auf mehreren Modellanlagen werden hier unter anderem auch nicht mehr existierende Streckenabschnitte der Bahnstrecke Bergen-Altenkirchen nachempfunden. Das wird noch durch interessante Dokumentationen und Aufnahmen ergänzt. Ebenfalls sehr interessant ist der Besuch der „Lütt Bahn“, ein Museum auf Rädern. Dieser alte, schnaufende und zischende Zug verbindet unter anderem Binz mit der Residenzstadt Putbus. Eine Fahrt mit dem Traditionszug lässt sich wunderbar mit einer Schiffsrundfahrt verbinden. Wer sich eher für Schiffe interessiert, kann in Sassnitz das ehemalige englische U-Boot H.M.S Otus besichtigen. Das U-Boot war im Dienst der Royal Navy und wurde 1991 ausgemustert. Das Boot ist fast vollständig eingerichtet und mit einer Audioanlage unterstützt, kann man sich das Leben der 68 Seeleute bildhaft und detailgetreu vorstellen. In den einzelnen Bereichen des U-Bootes können Sie die typischen Geräusche wie zum Beispiel den Sonar, das Hämmern der Motoren oder auch den Gefechtsalarm im Torpedoraum erleben. Einiges ruhiger geht es im Sassnitzer Fischer- und Hafenmuseum zu. Hier können Sie sich über die Entwicklung der Fischerei in den letzen 150 Jahren informieren und Arbeitswerkzeug der Fischer sehen, mit denen teilweise noch heute gearbeitet wird. Ein ganz tolles Ausflugsziel mit Kindern ist der Sassnitzer Tierpark. Auf einer Fläche von 2,5 ha haben ungefähr 360 Tiere in 60 Arten ein Zuhause gefunden. Im Streichelzoo können Zwergziegen geknuddelt und gestreichelt werden und auf dem Spielplatz kann man sich richtig toll austoben. Auf dem Lehrpfad, der sich auf dem Gelände des Tierparks befindet, kann man sich über die einheimischen Pflanzen und Tiere informieren.

 

Die Kreidefelsen der Insel Rügen
Ein weiteres sehr imposantes Wahrzeichen der Insel Rügen, das man während seines Urlaubs in Binz unbedingt besuchen soll, sind die Kreidefelsen. Entstanden sind die Kreidefelsen vor ungefähr 70 bis 130 Millionen Jahren, durch Ablagerung von Einzellern und anderer Meerestierchen. Durch den Wasserentzug und den Druck hat sich der entstandene Kalkschlamm dann in Kreide umgewandelt. Die Kreidefelsen sind vermutlich die berühmtesten Wahrzeichen und sehr beliebte Ausflugsziele auf der Ostseeinsel. Der Königsstuhl ist wahrscheinlich der meistbesuchte Ort des Nationalparks Jasmund und der bekannteste Kreidefelsen Deutschlands. Seit 1990 werden die bis zu 161 Meter hohen Kreidefelsen und die Buchenwälder als Nationalpark Jasmund geschützt. Im Nationalpark können Sie fast die unberührte Natur mit dem Fahrrad, auf dem Pferd oder zu Fuß entdecken und die Einzigartigkeit in sich aufnehmen und genießen. Von den vielen Aussichtspunkten, die gut ausgeschildert sind, hat man einen sagenhaften Blick über die Ostsee. Wer sich die Mühe machen möchte, kann die vielen Stufen zum Strand hinunter gehen und mit viel Glück ein Mitbringsel in Form von Bernstein, Hühnegöttern oder Donnerkeilen für zu Hause finden. Auch vom Wasser bieten die Wissower Klinken zusammen mit dem Königsstuhl zu jeder Jahreszeit einen imposanten und unvergesslichen Anblick. Es werden einige Bootstouren angeboten. Lassen Sie sich von der einmaligen Landschaft entweder auf dem Sonnendeck eines Ausflugsdampfers beeindrucken oder in einem gemütlich eingerichteten und beheizten Salon, wenn es etwas kühler ist. Diese wilde und faszinierende Ostseeküste hat schon den Maler Caspar David Freidrich im Jahr 1818 zu seinem weltbekannten Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ inspiriert.

 

Der Rasende Roland
Eine der Hauptattraktionen der Insel Rügen ist der Rasende Roland. Dabei handelt es sich um eine Schmalspurbahn mit der Spurbreite von 750 mm, die auf einer Strecke von 24,1 Kilometern ihren Betrieb mit historischen Dampfloks und Waggons aufrecht erhält. 1895 wurde der erste Streckenabschnitt mit einer Länge von 11 Kilometern zwischen Putbus und Binz eröffnet. Dieser Abschnitt ist noch heute in Betrieb. Das Schienennetz wurde bis zum Jahre 1899 auf eine Länge von 97,3 Kilometern erweitert. Ende der 60er Jahre wurden wieder viele Streckenabschnitte stillgelegt. 1977 bis 1979 wurden die Gleise umgebaut und mit dem Oberbau K ausgerüstet, die Umstellung vom Kies zum Schotterbett wurde Anfang der 90er vollzogen. Zunächst wurden auf der Bahn nur zweiachsige Dampfloks später auch dreiachsige und vierachsige Loks eingesetzt. Im Jahr 1965 begann man mit der Umstellung von Görlitzer Gewichtsbremsen auf Druckluftbremsen. Die älteste Schmalspurbahn Deutschlands ist nicht nur ein rollendes Museum sondern fester Bestandteil des Rügener Nahverkehrs. Im Zwei-Stunden-Takt fährt der Rasende Roland die Strecke Göhren-Baabe-Sellin-Brinz. Der Fuhrpark umfasst sechs Dampfloks, die älteste von 1914, und zwei Dieselloks, diverse Reisezugwagen, Güterwagen und Packwagen. Im Fuhrpark befindet sich auch ein Traditionszug. Dieser wird gelegentlich für Sonderfahrten herangezogen. Seit dem Bestehen der Bahn haben sich die Eigentümerverhältnisse schon sehr oft geändert. Im Moment wird die Schmalspurbahn von der Rügenschen BäderBahn (RüBB) betrieben. Die Fahrradmitnahme ist im Rasenden Roland gestattet und wenn Sie sich früh genug anmelden, ist auch eine Fahrt auf dem Führerhaus möglich. Diese Fahrt wird Ihnen auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.