Bäderarchitektur in Binz

Das Ostseebad Binz wird sehr oft mit der Bäderarchitektur in Verbindung gebracht, da man hier die am besten erhaltenen Gebäude dieses Stils finden kann. Kein anderes Seebad bietet einen Ortskern, der ähnlich gut erhalten ist und der den Charme dieser Zeit so wunderbar wiederspiegelt. Die Bäderarchitektur ist ein wunderschöner Baustil, der in der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor allem in Badeorten an der Küste und auch an Schweizer Seen großen Anklang fand und das Bild ganzer Ortschaften prägt. Es handelt sich hierbei häufig um zwei- bis viergeschossige Gebäude, deren Fassaden durch Veranden und Balkone auffallen. Dominant sind auch die Rundbogenfenster, die von Halbsäulen oder Blendpilastern eingerahmt werden. Die Dachgeschosse werden von aufwändig gestalteten Giebeln abgeschlossen. Geschweifte Giebel, kleine Türmchen oder Dreiecksgiebel sind häufige Elemente in der Bäderarchitektur. Und die Besonderheit ist, das klassische Formen frei kombiniert mit Jugendstilornamente vermischt werden. Die Gebäude sehen insgesamt ziemlich filigran aus und oftmals handelt es sich bei den Häusern um Holzgebäude mit einem steinernen Kerngebäude. Am häufigsten wird die Farbe Weiß für den Außenanstrich der Häuser verwendet.. Aus diesem Grund wird auch von „Weißen Perlen“ gesprochen. Im Gegensatz zu dem reinen Weiß stehen farbliche Akzente, die in auffälligen Farben wie Bordeaux, Blau, Grün oder Beige gehalten sind Bei einem Spaziergang entlang der Promenade und durch die Straßen von Binz wird man in eine andere Zeit versetzt. Im „Monat der Bäderarchitektur“, dem September, stehen die Häuser im Mittelpunkt vieler Vorträge, Ausstellungen und Führungen. Hier kann man viel Interessantes über diese beeindruckenden Gebäude erfahren.